Stadtwerke stehen durch Energiewende, Digitalisierung, steigende Regulierungsdichte, sanierungs- bzw. ausbaubedürftige Verteilnetze unter Druck. Die Anforderungen an Führung haben sich in den letzten Jahren deutlich erweitert und sind komplexer geworden. Werkleitungen müssen den Umbau des Stadtwerks vom klassischen Versorger zum aktiven Treiber der Energie- und Wärmewende steuern, obwohl die Investitionen hoch, die Zeitfenster knapp und die politischen Zielkonflikte groß sind. Hierzu müssen sie heute einen Mix aus Technik, Regulierung, Betriebswirtschaft und politischem Gespür mitbringen. Der Kandidatenmarkt ist entsprechend eng und der Fehlertoleranzraum gering.
Besetzungszeiten von 6 bis 12 Monaten sind bei Werkleitungen in Stadtwerken nicht ungewöhnlich. Besonders wenn die Politik direkt in die Auswahl eingebunden ist. Das liegt nicht unbedingt primär am Kandidatenmangel. Häufiger steckt das Problem woanders: Die Anforderungen sind unklar, es gibt Zielkonflikte zwischen Verwaltung und Politik.
Ein aktuelles Projekt zur Besetzung der Werkleitung bei den Stadtwerken Hockenheim zeigt, wo solche Prozesse kippen können und was es braucht, damit sie funktionieren.
Inhalt
- Eine Rolle, die in mehreren Systemen gleichzeitig funktionieren muss
- Ein zentrales Problem: Das Profil hilft im Auswahlprozess kaum weiter
- Wenn die Besetzung schiefgeht
- Wo Prozesse wirklich kippen
- Der unterschätzte Faktor: Abstimmung im öffentlichen Sektor
- Fazit
Eine Rolle, die in mehreren Systemen gleichzeitig funktionieren muss
Drei Kompetenzbereiche, eine Rolle
Ein zentrales Problem: Das Profil hilft im Auswahlprozess kaum weiter
Bei der Werkleitung der Stadtwerke Hockenheim lag beispielsweise der ursprüngliche Fokus stärker auf kaufmännischer bzw. Managementkompetenz. Im gemeinsamen Briefing haben wir gemeinsam das Profil nachgeschärft und technische Expertise stärker in den Vordergrund gestellt, während kaufmännisches Verständnis als notwendige Ergänzung definiert worden ist. Anhand dieses präzisen Profils haben wir einen sehr guten Kandidaten finden können, der als Dipl.-Ing. mit MBA und langjähriger Erfahrung in der Energiewirtschaft und hier vor allem verantwortlich für Netze, Erneuerbare und Digitalisierung genau das Gesuchte mitbrachte.
Wenn die Besetzung schiefgeht
Eine Fehlbesetzung auf dieser Ebene ist immer ein strategisches Risiko. Typische Folgen: Die Schnittstelle zwischen technischer und kaufmännischer Leitung wird zum Dauerkonfliktherd. Strategische Projekte wie Netzausbau, Digitalisierung oder Förderprogramme kommen ins Stocken, weil Entscheidungen weder intern noch in Gremien oder Stadtrat Rückhalt haben. Und am Ende steht eine erneute Suche, die Zeit, Geld und politisches Kapital kostet.
Wo Prozesse wirklich kippen
Typische Bruchstellen im Recruiting-Prozess
Um diese zu vermeiden, haben wir den gesamten Prozess bis ins letzte Detail als strategischer Partner begleitet. Wir waren nach der Shortlist nicht raus, sondern haben auch das Assessment Center vor Ort gesteuert und moderiert und jede Phase bis in die Vertragsverhandlungen hinein jede Phase aktiv begleitet, Bewertungskriterien vorbereitet, Auswertungsrunden moderiert, Erwartungen auf beiden Seiten frühzeitig geklärt.
Der unterschätzte Faktor: Abstimmung im öffentlichen Sektor
Fazit
Die Position ist besetzt, der Gemeinderat hat einstimmig zugestimmt, und die Stadt Hockenheim zeigt sich ausdrücklich zufrieden. Besetzungen auf dieser Ebene gelingen selten zufällig. Sie gelingen, wenn das Profil stimmt, die Auswahl Struktur hat und die Abstimmung zwischen allen Beteiligten aktiv begleitet wird. Genau das ist die Aufgabe.



