Die Talentakquise ist in der Steuerberaterbranche eine der größten Herausforderungen, da der Fachkräftemangel immer spürbarer wird und sich zugleich die Bedürfnisse der Mandanten immer komplexer werden. Vor diesem Hintergrund ist es auch beim Recruiting in der Steuerberaterbranche entscheidend, die Unterschiede zwischen aktiven und passiven Kandidaten zu verstehen und gezielte Rekrutierungsstrategien für beide Gruppen zu entwickeln, um den Fachkräftemangel effektiv anzugehen. Folgend erfahren Sie, warum Sie als Steuerberatungskanzlei vorrangig auf die Gewinnung passiver Kandidaten setzen sollten und wie Sie dies umsetzen können.
Inhalt
- Recruiting in der Steuerberaterbranche: Transformation und Vergreisung der Branche
- Recruiting in der Steuerberaterbranche: Aktive vs. passive Kandidaten
- Recruiting in der Steuerberaterbranche: Der Wert von Employer Branding
- Recruiting in der Steuerberaterbranche: Technologiebasierte Ansätze zur Gewinnung passiver Top-Talente
- Fazit
Recruiting in der Steuerberaterbranche: Transformation und Vergreisung der Branche erhöhen den Druck
Die Steuerberaterbranche ist von Natur aus anspruchsvoll und stellt hohe Anforderungen an Fachkräfte. Steuerfachkräfte müssen nicht nur fundierte Kenntnisse in Steuerrecht und Finanzbuchhaltung haben, sondern auch über analytische Fähigkeiten und exzellente Kommunikationskompetenzen verfügen, um Mandanten bei komplexen steuerlichen Fragen kompetent zu unterstützen. Darüber hinaus haben die sich ständig ändernden gesetzlichen Vorschriften und die Digitalisierung der Steuerberatung zu neuen Anforderungen geführt, was den Druck auf die Unternehmen erhöht, hochqualifizierte Talente zu finden.
Altersstruktur in der Steuerberaterbranche (Stand: 01.01.2024)
Quelle Zahlen: Berufsstatistik der Bundessteuerberaterkammer 2023
Grafik: WK Personalberatung
Recruiting in der Steuerberaterbranche: Zu wenig Bewerber und zu lange Vakanzzeiten
Quelle Zahlen: Haufe 2024 und Bundesagentur für Arbeit 2024
Grafik: WK Personalberatung
Hinzu kommt, dass Deutschland generell zu wenig Nachwuchs hat, der ausgebildet werden kann. Die derzeitige Zuzugs- und Flüchtlingspolitik trägt nicht dazu bei, dass sich die Situation in naher Zukunft verbessert. Die Branche muss daher eigene Lösungen finden.
Recruiting in der Steuerberaterbranche: Aktive vs. passive Kandidaten
Anders sieht es bei passiven Kandidaten aus. Diese Fachkräfte sind in ihrer aktuellen Position zumeist zufrieden und suchen nicht aktiv nach einer neuen Stelle, wären jedoch bereit, bei einem attraktiven Angebot einen Wechsel in Betracht zu ziehen. Laut einer Studie aktuellen Softgarden-Studie (2024) machen passive Kandidaten etwa 70 % der deutschen Erwerbsbevölkerung aus. Dies bedeutet, dass eine Mehrheit der potenziellen Kandidaten für offene Stellen nicht über klassische Stellenausschreibungen erreichbar ist.
Recruiting in der Steuerberaterbranche: Gewinnung aktiver Kandidaten
Recruiting in der Steuerberaterbranche: Gewinnung passiver Kandidaten
Passive Kandidaten erfordern eine deutlich differenzierte Herangehensweise. Da diese Fachkräfte nicht aktiv nach einem neuen Job suchen, müssen diese gezielt über von der Steuerkanzlei aufgebaute Netzwerke oder durch Headhunter angesprochen werden.
Eine wichtige Methode zur Gewinnung passiver Kandidaten ist das sogenannte Talent-Pipelining. Hierbei werden potenzielle Talente langfristig in den Talentpool eines Unternehmens aufgenommen und kontinuierlich über Entwicklungen im Unternehmen informiert. Hier geht es zunächst darum, Beziehungen zu potenziellen Kandidaten aufzubauen, auch wenn keine sofortige Wechselbereitschaft besteht. Ziel ist es, ein Netzwerk aus qualifizierten Fachkräften aufzubauen, auf das Ihre Kanzlei bei Personalbedarf schließlich zugreifen kann.
Talentpipeline für passive Kandidaten
Steuerkanzleien vernachlässigen bislang den Aufbau eines langfristigen Talentpool
Ein Headhunter kann diese wechselwilligen Kandidaten für Sie identifizieren & von Ihrem Angebot überzeugen:
„Questro International Steuerberatungsgesellschaft mbH ist eine mittelständische Steuerberatungsgesellschaft mit dem Schwerpunkt auf internationales Steuerrecht. Unser Unternehmen ist Teil einer internationalen Gruppe von Beratungsgesellschaften mit operativen Gesellschaften in den Niederlanden, der Schweiz und Deutschland.
Auf Grund der fachlichen Spezialisierung ist die Personalbeschaffung herausfordernd. Mangels eigener Personalabteilung ist die Einbindung eines Personalberaters sinnvoll.
Die WK Personalberatung hat uns durch ihr professionelles Auftreten und insbesondere die detaillierte Bedarfsermittlung beeindruckt. Nicht zuletzt durch das persönliche Engagement unseres Beraters konnten mehrere geeignete KandidatInnen zu Gesprächen eingeladen und unsere offene Stelle besetzt werden.
Wir danken der WK Personalberatung für Ihre Unterstützung und freuen uns auf eine weiterhin erfolgreiche Zusammenarbeit.“
Questro International Steuerberatungsgesellschaft mbH
Thorsten Schaus
Recruiting in der Steuerberaterbranche: Der Wert von Employer Branding
Ein entscheidender Faktor, um aktive, aber auch insbesondere passive Kandidaten anzusprechen, ist das Employer Branding. Eine starke Arbeitgebermarke vermittelt potenziellen Bewerbern, dass die Steuerkanzlei ein attraktiver Arbeitgeber ist, der nicht nur auf Gehalts- und Aufstiegschancen setzt, sondern beispielsweise auch auf eine positive Unternehmenskultur, flexible Arbeitszeiten und Weiterbildungsmöglichkeiten.
Darauf achten Bewerber bei der Arbeitgeberwahl
Quelle Zahlen: Forsa by XING 2024
Grafik: WK Personalberatung
Recruiting in der Steuerberaterbranche: Technologiebasierte Ansätze zur Gewinnung passiver Top-Talente
5 Vorteile von Programmatic Recruiting in der Steuerberaterbranche
Fazit
Das Recruiting in der Steuerberaterbranche wird in den kommenden Jahren vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels und der demografischen Veränderungen eine noch größere Herausforderung darstellen. Steuerberatungskanzleien müssen jetzt handeln und sowohl aktive als auch passive Kandidaten strategisch ansprechen, um den Personalbedarf erfolgreich zu decken. Innovative Technologien, Employer Branding und ein langfristiger Talentpool bieten hier entscheidende Wettbewerbsvorteile, um die besten Talente zu gewinnen. Das gilt insbesondere für kleinere Steuerberatungskanzleien, die oft mit großen, international agierenden Unternehmen konkurrieren müssen.
Die Rekrutierung passiver Kandidaten ist für die Steuerberaterbranche besonders herausfordernd, da meisten Steuerfachkräfte in festen Positionen arbeiten und nicht aktiv auf der Suche nach neuen Chancen sind. Headhunter können hier eine wichtige Rolle spielen, indem sie gezielt mit erfahrenen Fachkräften und Beratern in Kontakt treten und ihnen attraktive Karriereoptionen anbieten.



