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Geschäftsführervergütung Stadtwerke, Energie- & Wasserversorger: Aktuelle Zahlen

Geschäftsführervergütung Stadtwerke

Belastbare Vergütungsdaten für kommunale Versorger sind generell eher rar. Umso mehr Aufmerksamkeit verdient die jährlich erscheinende Public Pay-Studie der Zeppelin Universität Friedrichshafen. In dieser werden testierte Jahresabschlüsse und Beteiligungsberichte ausgewertet, sobald flächendeckende Daten vorliegen. Das heißt aber auch, dass sich die Auswertungen aufgrund der Offenlegungsfristen immer auf das zwei Jahre zurückliegende Geschäftsjahr beziehen. Folgend werden die Daten aus den Studien 2022 bis 2026 ausgewertet.

Geschäftsführervergütung Stadtwerke - Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Gehaltsniveau: Die Brutto-Gesamtdirektvergütung für Geschäftsführungen in Stadtwerken, Energie- und Wasserversorgern lag im Geschäftsjahr 2024 bei 273.000 Euro (Median).
  • Starkes Wachstum: Zwischen 2020 und 2024 stieg der Median um 16,7 Prozent und wuchs damit rund 6,5 Prozentpunkte schneller als in allen kommunalen Branchen (10,1 %).
  • Einfluss der Unternehmensgröße: In den größten Versorgern lag die Median-Vergütung 2024 bei 390.000 Euro (das 2,2- bis 2,4-Fache gegenüber den kleinsten).
  • Gremienstruktur & Diversität: Die Geschäftsführung besteht im Schnitt aus 1,7 Mitgliedern (in 48,2 % der Fälle gibt es nur eine Person). Der Frauenanteil liegt bei 12,3 Prozent.

Inhalt

  1. Die Datenbasis
  2. Entwicklung der Geschäftsführervergütung in den Geschäftsjahren 2020 bis 2024
  3. Die Geschäftsführervergütung nach Unternehmensgröße
  4. Nebenleistungen und Altersversorgung
  5. Zusammensetzung der Geschäftsführungsorgane
  6. Fazit und Grenzen
  7. FAQs

Die Datenbasis

Betrachtet wird jeweils das zwei Jahre zurückliegende Geschäftsjahr. Die Public Pay Studie 2026 zeigt entsprechend das Geschäftsjahr 2024, die Ausgabe 2022 das Geschäftsjahr 2020. Kennzahl ist die Gesamtdirektvergütung pro Kopf (Median, brutto). Sie setzt sich aus fester und variabler Vergütung sowie Sach- und Nebenleistungen zusammen. Die Altersversorgung ist nicht enthalten. Erfasst sind hauptamtliche Geschäftsführungsmitglieder kommunaler Unternehmen mit mindestens 50 Prozent öffentlicher Beteiligung. Die Branche umfasst Energie- und Wasserversorgung sowie Stadtwerke. Abwasser wird hier der Abfall- und Abwasserentsorgung zugeordnet. Für das Geschäftsjahr 2024 liegen Angaben zu 192 Personen in 114 Unternehmen vor.

Entwicklung der Geschäftsführervergütung in den Geschäftsjahren 2020 bis 2024

Der Median der Pro-Kopf-Gesamtdirektvergütung von Geschäftsführungen und Vorständen lag in Stadtwerken sowie Energie- und Wasserversorgern 2020 bei 234.000 Euro und in den Jahren 2021 und 2022 bei jeweils 231.000 Euro. Bei Top-Managern, die in diesem Zeitraum im selben Unternehmen dieselbe Position innehatten, stieg die Vergütung 2021 im Median um 1,4 Prozent, blieb 2022 unverändert und stieg 2023 um 2,5, 2024 um 2,9 Prozent. Der Median kletterte 2023 auf 256.000 und 2024 auf 273.000 Euro.

Top-Manager-Gehälter in Stadtwerken, Energie- und Wasserversorger 2020 bis 2024

Im Zeitraum 2020 bis 2024 stieg der Median um 16,7 Prozent, im Durchschnitt aller kommunalen Branchen um 10,1 Prozent. Das zeigt: Die Gehälter bei Stadtwerken, Energie- und Wasserversorgern sind nicht nur auf hohem Niveau angesiedelt, sondern wuchsen auch um über 6,5 Prozentpunkte schneller als im Rest des kommunalen Sektors. Der Vorsprung gegenüber anderen Bereichen (wie Gesundheit, Kultur oder Verwaltung) hat sich dadurch weiter vergrößert.

Aber: Obgleich die Vergütung spürbar gestiegen ist, lag der Anstieg unter der allgemeinen Teuerungsrate von 19,3 Prozent gegenüber 2020 (vgl. IW Köln). Reallohn- bzw. kaufkraftbereinigt bedeutete dies für die Führungskräfte dieser Branche im Zeitraum 2020 bis 2024 trotz nomineller Zuwächse einen leichten Kaufkraftverlust von knapp 2,6 Prozentpunkten.

Die Geschäftsführervergütung nach Unternehmensgröße

Da die Quartilsgrenzen (Unternehmensgröße aufgeteilt in vier gleich große Gruppen von klein nach groß) in jeder Ausgabe neu berechnet werden, lassen sich prinzipiell nur die Werte innerhalb desselben Erhebungsjahres vergleichen. Dennoch zeigen die Daten eine klare Korrelation zwischen der Unternehmensgröße (gemessen an Arbeitnehmern und Bilanzsumme) und der Höhe der Vergütung.

2024 erhalten Geschäftsführungen im größten Viertel der Unternehmen im Median das 2,2- bis 2,4-Fache des kleinsten Viertels

In den Geschäftsjahren 2020 bis 2023 bewegte sich dieser Wert zwischen 1,8 und 2,5.

Nebenleistungen und Altersversorgung

Zu den Sach- und Nebenleistungen liegen für 45,3 Prozent der Personen Angaben vor. Sie betragen im Geschäftsjahr 2024 im Median 9.000 Euro. Bei 19,8 Prozent der Personen ist bekannt, dass sie eine Altersversorgung erhalten, bei 2,1 Prozent, dass sie keine erhalten. Für die übrigen Personen gibt es dazu keine Angaben. Die Altersversorgung ist in der Gesamtdirektvergütung nicht enthalten.

Entwicklung von Nebenleistungen 2020 bis 2024

Eine Entwicklung lässt sich aus den Daten aber nicht wirklich ablesen. Die Beträge gehen auf und ab, und die Basis ist klein (zum Beispiel 76 Personen 2020 und 88 Personen 2021 mit Angabe). Der Wert von 2020 ist kaum mit den anderen vergleichbar.

Zusammensetzung der Geschäftsführungsorgane

Die Geschäftsführung besteht im Schnitt aus 1,7 Mitgliedern. In 48,2 Prozent der Unternehmen gibt es 2024 nur eine Geschäftsführerin bzw. einen Geschäftsführer. Das deckt sich in etwa mit der gesamten Zeitreihe: In den Geschäftsjahren 2020 bis 2024 lag der Anteil insgesamt zwischen 45,6 und 49,1 Prozent.

Gremienzusammensetzung in Stadtwerken sowie Energie- und Wasserversorgern

Der Frauenanteil liegt in Stadtwerken sowie Energie- und Wasserversorgern bei 12,3 Prozent.

Fazit und Grenzen

Im Geschäftsjahr 2024 lag die Gesamtdirektvergütung von Geschäftsführungen in Stadtwerken, Energie- und Wasserversorgern im Median bei 273.000 Euro und damit etwa 47 Prozent über dem Durchschnitt aller kommunalen Branchen (186.000 Euro). Generell gilt: Je größer das Unternehmen (gemessen an Mitarbeiterzahl und Bilanzsumme), umso höher ist die Vergütung.

Diese Werte haben allerdings Grenzen. Sie beruhen auf den 20,1 Prozent der Fälle, in denen die Bezüge personenbezogen offengelegt sind. Bei 7,2 Prozent gibt es nur einen Gesamtbetrag, bei 72,7 Prozent gar keine Offenlegung. Ob die offengelegten Bezüge typisch sind, lässt sich aus den Daten nicht vollends ablesen. Die Stichprobe wechselt zudem in jeder Ausgabe (100 bis 125 Unternehmen, 191 bis 211 Personen), die Quartilsgrenzen werden jedes Mal neu berechnet. Vergleiche zwischen den Jahren können deshalb lediglich Größenordnungen zeigen und spiegeln keine exakten Veränderungen wider. Der Median ist brutto angegeben und enthält keine Altersversorgung. Angaben zu Sach- und Nebenleistungen liegen nur für 45,3 Prozent der Personen vor. Die Branche fasst Stadtwerke mit mehreren Sparten zusammen, wobei Abwasser ausgeklammert wird.

Für die Vergütung einer konkreten Besetzung können die Zahlen entsprechend keine individuelle Vergleichsgruppe ersetzen. Die Heranziehung einer spezifischen Vergleichsgruppe gilt nach D-PCGM (Rz. 126) und DCGK (G.3) als erforderlich für eine ordnungsgemäße Vergütungsvorbereitung und -entscheidung. Die aggregierten Daten der Studie bieten hierfür lediglich einen ersten Anhaltspunkt und einen groben Orientierungsrahmen.

FAQs

Was verdient eine Geschäftsführung in einem Stadtwerk?
Im Geschäftsjahr 2024 lag die Gesamtdirektvergütung pro Kopf im Median bei 273.000 Euro. Davon entfielen 50.000 Euro auf variable Vergütung (18,4 Prozent). Im Durchschnitt aller kommunalen Branchen lag der Median im gleichen Jahr bei 186.000 Euro.

Je größer das Unternehmen, desto höher der Median. Nach Beschäftigten reicht er von 162.000 Euro im kleinsten Viertel (unter 84 Beschäftigte) bis 390.000 Euro im größten Viertel (über 558). Nach Bilanzsumme liegt er zwischen 176.000 Euro (unter 74 Mio. Euro) und 390.000 Euro (über 535 Mio. Euro). Der größte Sprung liegt jeweils zwischen drittem und viertem Viertel.

Nein. Die Gesamtdirektvergütung umfasst feste und variable Vergütung sowie Sach- und Nebenleistungen, aber keine Altersversorgung.

Die Public Pay Studie 2026 zeigt das Geschäftsjahr 2024, die Werte liegen also zwei Jahre zurück. Seit 2020 stieg der Median von 234.000 auf 273.000 Euro. Die Stichprobe wechselt allerdings in jedem Erhebungsjahr, was die direkte Vergleichbarkeit einschränkt.
Nein. Die Zahlen beruhen auf den 20,1 Prozent der Fälle mit personenbezogener Offenlegung. Die Betrachtung in einer Vergleichsgruppe gilt für Vergütungsvorbereitung und -entscheidung als erforderlich (D-PCGM Rz. 126, DCGK G.3). Die Branchenwerte geben lediglich einen ersten Anhalt und groben Orientierungsrahmen.

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