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IT-Fachkräftemangel: So können Sie trotz eskalierender Lücke auch 2024 IT-Talente gewinnen

In unserer technologiegetriebenen und von Digitalisierung und neuen Technologien geprägten Geschäftswelt spielt IT eine zunehmend wettbewerbsentscheidende Rolle. Entsprechend nimmt auch die Nachfrage nach IT-Fachkräften stetig zu. Da diese nicht vom Angebot gedeckt werden kann, droht sich der IT-Fachkräftemangel in den nächsten Jahren zu verschärfen. Was also ist zu tun, um der Lücke zu begegnen und seine eigene Wettbewerbsfähigkeit nicht zu gefährden?

Der IT-Fachkräftemangel in Deutschland

Ohne gegensteuernde Maßnahmen werden laut einer Bitkom-Studie 2040 über 660.000 IT-Fachkräfte in Deutschland fehlen. Bereits 2024 werden mehr als 150.000 IT-Stellen in deutschen Unternehmen nicht besetzt werden können. Hinzu kommen unbesetzte IT-Stellen in Verwaltungen, Schulen und Wissenschaftseinrichtungen.

IT-Fachkräftemangel bedroht die deutsche Wirtschaft

Quelle Zahlen: Bitkom
Grafik: WK Personalberatung

Der aktuelle IT-Fachkräftemangel in Hessen

Der IT-Fachkräftemangel wächst bereits seit einigen Jahren auch für die hessische Wirtschaft zu einem waschechten Problem heran. Seit 2021 gehören IT-Berufe auch auf dem hessischen Arbeitsmarkt zu den Engpassberufen und heimische Unternehmen suchen händeringend nach IT-Fachkräften. Diese wiederum können sich im War for Talents auf dem Kandidatenmarkt zurücklehnen und zuschauen, wie sich die Unternehmen gegenseitig überbieten, um ihre Gunst zu gewinnen.

Defizit an IT-Fachkräften wächst insbesondere im Softwarestandort Frankfurt-Rhein-Main

Quelle Zahlen: IHK Hessen
Grafik: WK Personalberatung

Das ist insbesondere in Regionen mit IT-Hochburgen wie Frankfurt und Darmstadt (inklusive Main-Taunus-Kreis) spürbar. Diese machen etwa die Hälfte der zu erwartenden Lücke aus.

Gründe für den IT-Fachkräftemangel

Die Rekrutierung von IT-Experten wird erschwert durch drei Megatrends: Zwei dieser Megatrends – Digitalisierung und Dekarbonisierung – steigern die Nachfrage nach IT-Fachkräften, während der dritte – demografischer Wandel – zugleich das Angebot senkt.

3 Megatrends verschärfen den IT-Fachkräftemangel

Die Digitalisierung macht weite Bereiche der Wirtschaft zunehmend abhängig von digitalen Technologien. Das führt zu einer wachsenden Nachfrage nach IT-Talenten in Bereichen wie Softwareentwicklung, Cloud Computing, Big Data oder KI. Zugleich führt die Dekarbonisierung in fast allen Branchen zu einer Nachfrage nach weniger ressourcenintensiven Geschäftsmodellen und Technologien, für deren Entwicklung und Umsetzung ebenfalls IT-Experten benötigt werden. Die Folge: eine erhöhte Nachfrage und ein sich verschärfender IT-Fachkräftemangel.

Zwei Drittel der Unternehmen leiden bereits heute unter IT-Fachkräftemangel

Quelle Zahlen: Deloitte
Grafik: WK Personalberatung

Zugleich werden sich in den nächsten zehn Jahren 14,9 Prozent der hessischen Beschäftigten im IT-Bereich in den Ruhestand verabschieden. Dieser Prozentanteil ist im Vergleich zu anderen Branchen aufgrund der jüngeren Beschäftigten in der IT (nur ein Drittel ist älter als 45) zwar geringer, vergrößert aber dennoch die Lücke. Insbesondere da es aktuell weniger Bewerber auf IT-Ausbildungsstellen gibt als angeboten werden.

Lösungsansätze für den IT-Fachkräftemangel

Der prognostizierte IT-Fachkräftemangel kann nur verhindert werden, wenn massiv seitens Politik und Wirtschaft gegengesteuert wird. Laut Bitkom können beispielsweise deutschlandweit knapp 130.000 IT-Fachkräfte zusätzlich durch Quereinsteiger, etwa 130.000 durch Förderung im Ausbildungs- und Uni-Bereich und 68.500 durch längere Beschäftigung älterer Mitarbeiter gewonnen werden. Die noch verbleibende Lücke könne laut Bitkom lediglich durch Zuwanderung geschlossen werden.

Potenziale zur Erschließung von IT-Talenten

Quelle Zahlen: Bitkom
Grafik: WK Personalberatung

Ob insbesondere die verbleibende Lücke in der von Bitkom prognostizierten Größenordnung durch Zuwanderung geschlossen werden kann, ist fraglich. Dekarbonisierung und Digitalisierung sind globale Megatrends und befeuern entsprechend die Nachfrage nach IT-Fachkräften auf dem weltweiten Arbeitsmarkt. Auch der demografische Wandel ist in vielen Industrieländern zu beobachten und verschärft den globalen War for IT-Talents an allen Fronten.

Das können Sie als Unternehmen gegen die IT-Fachkräftemangel tun

Nichtsdestotrotz liefern die von Bitkom prognostizierten Potenziale mögliche Ansätze, um dem IT-Fachkräftemangel etwas entgegenzusetzen und IT-Talente für Ihr Unternehmen zu gewinnen.

IT-Fachkräftemangel bekämpfen: Quereinstieg fördern

So ist die Förderung von Quereinstiegsmöglichkeiten für Interessierte aus anderen Berufen ein probates Mittel, um dem IT-Fachkräftemangel zu begegnen. Als Unternehmen sollten Sie entsprechend das Qualifizierungspotenzial Ihrer aktuellen und potenziellen Mitarbeiter ausloten und in entsprechend Maßnahmen investieren.

Quereinstiegspotenzial für die IT-Branche

Quelle Zahlen: Bitkom
Grafik: WK Personalberatung

Fokussieren Sie sich dabei auch auf potenzielle weibliche Quereinsteiger im eigenen Unternehmen. Nur 10 Prozent der weiblichen IT-Fachkräfte haben bislang ihren Weg über unternehmensinterne Entwicklungs- und Weiterbildungsmaßnahmen in die IT gefunden.

Weibliche IT-Experten sind häufig Quereinsteiger

Quelle Zahlen: BITMi-Umfrage 2023
Grafik: WK Personalberatung

Insbesondere bei weiblichen IT-Quereinsteigern können Sie also Potenziale bergen. Immerhin kommen insgesamt 45 Prozent aus anderen Berufen. 35 Prozent haben sogar auf Eigeninitiative den Quereinstieg vollzogen.

IT-Fachkräftemangel bekämpfen: In Ausbildung investieren

Um durch Studium und Ausbildung mehr IT-Fachkräfte zu gewinnen, erfordert es vor allem Maßnahmen seitens des Staates wie die Einführung eines bundesweiten Pflichtfachs Informatik ab Sekundarstufe 1, Flexibilisierung und stärkere Praxisorientierung von IT-relevanten Studiengängen sowie mehr IT-Lehrstühle und eine starke Reduzierung der Studienabbrecherzahl.

IT-Fachkräftepotenzial durch Förderung von Ausbildung und Studium

Quelle Zahlen: Bitkom
Grafik: WK Personalberatung

Sie können aber mehr IT-Auszubildene für Ihr Unternehmen gewinnen, indem Sie mehr mit Schulen kooperieren und beispielweise Praktika anbieten. Auch auf virtuellen Messen können Sie Azubis finden und vor allem auch versuchen, Mädchen und junge Frauen für IT und Ihr Unternehmen zu begeistern.

IT-Fachkräftemangel bekämpfen: Anreize für längere Beschäftigung schaffen

Auch ältere Beschäftigte bieten noch ungenutztes IT-Fachkräftepotenzial. Vor allem männliche Beschäftigte können Sie mit Teilzeitangeboten länger im Unternehmen halten.

IT-Fachkräftepotenzial durch späteren Renteneintritt

Quelle Zahlen: Bitkom
Grafik: WK Personalberatung

Schaffen Sie also flexible Teilzeit- und Beschäftigungsmodelle für ältere Beschäftigte, qualifizieren Sie kontinuierlich weiter und fördern Sie eine Unternehmenskultur, die ältere Mitarbeiter als Säule von Diversität begreift. Hier können Sie gegenüber Wettbewerbern wirklich punkten, da Altersdiskriminierung in Unternehmen gang und gäbe ist.

Fazit

Wir haben gezeigt, wo Potenziale für neue IT-Talente liegen und wie Sie diese erschließen können. Neben den beschriebenen Maßnahmen zur Bekämpfung des IT-Fachkräftemangels können Sie Ihr IT-Recruiting generell durch 5 Handlungsleitsätze besser aufstellen, um sich im War for IT-Talents durchzusetzen. Diese sind an eine Studie von Deloitte angelehnt:

  • 1. Chancen erkennen und ergreifen: Behalten Sie den regionalen Talente-Markt kontinuierlich im Auge, um sich ergebene Chancen frühzeitig zu erkennen und zu ergreifen. Fragen Sie sich: Wissen Sie eigentlich, wo Ihre IT-Talente gerade sind und warum? Können Sie schnell auf Chancen reagieren, wenn sich diese am Talent-Markt ergeben?
  • 2. Nicht jeder Deckel passt auf jeden Topf: Was bei anderen Unternehmen funktioniert, muss noch lange nicht bei Ihnen zum Erfolg führen. Finden Sie Ihren eigenen Maßnahmenmix. Fragen Sie sich: Welche Ihrer Stärken macht Ihr Unternehmen für Ihre Zielgruppe attraktiv? Wissen Sie eigentlich, welche Benefits wirklich potenzielle Bewerber anziehen? Wie können Sie diese so kommunizieren, dass es Ihrem IT-Recruiting zugutekommt?
  • 3. Ein fertiger Plan heute, ist besser als ein perfekter Plan morgen: Probieren Sie Ansätze aus, um herauszufinden, welche bei Ihren potenziellen IT-Talenten am besten funktionieren. Scheitern diese, probieren Sie neue aus und passen Sie Ihr IT-Recruiting immer wieder an.
  • 4. Sichtbarkeit erfordert manchmal Mut: Setzen Sie auf innovative Möglichkeiten, um für Ihre Zielgruppe sichtbar zu werden. Fragen Sie sich: Kennt Ihre Zielgruppe eigentlich Ihr Unternehmen? Kennt Sie Ihre Marke und wofür diese steht?
  • 5. Die Perspektiven des Anderen bringen neue Einsichten: Nehmen Sie die Perspektive Ihrer Kandidaten ein und richten Sie Ihren gesamten IT-Recruiting-Prozess an deren Bedürfnissen aus. Vergessen Sie nicht: Es ist und bleibt noch für eine lange Zeit ein Bewerbermarkt.

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