Im Geschäftsjahr 2024 erhielten die Mitglieder von Geschäftsführungsorganen in der Abfall- und Abwasserentsorgung 171.000 Euro (Gesamtdirektvergütung). Der variable Anteil liegt bei 29.000 Euro, was einem Anteil von 17,2 Prozent an der Gesamtdirektvergütung entspricht. Damit bewegt sich die Abfall- und Abwasserwirtschaft acht Prozent unterhalb des branchenübergreifenden Medians (186.000 Euro) und deutlich unterhalb des Niveaus von Stadtwerken und Energieversorgern (273.000 Euro).
Das Wichtigste zu Geschäftsführervergütung Abfall- und Abwasserentsorgung auf einen Blick:
- Vergütung 2024: Die Gesamtdirektvergütung von Geschäftsführern in der Abfall- und Abwasserentsorgung lag 2024 im Median bei 171.000 Euro (davon 29.000 Euro bzw. 17,2 Prozent variabler Anteil).
- Branchenvergleich: Die Werte liegen rund 8 Prozent unter dem kommunalen Gesamtdurchschnitt (186.000 Euro) und stark unter dem Niveau von Stadtwerken und Energieversorgern (273.000 Euro).
- Reallohnverlust: Zwischen 2020 und 2024 sank die nominale Vergütung leicht um 3,4 Prozent, während die Verbraucherpreise um 19,3 Prozent stiegen. Das entspricht einem preisbereinigten Kaufkraftverlust von rund 19 Prozent.
- Rolle der Unternehmensgröße: Die Bezüge steigen kontinuierlich mit der Unternehmensgröße. Ein sprunghafter Anstieg über die 200.000-Euro-Marke erfolgt ab Bilanzsummen im dreistelligen Millionenbereich bzw. bei mehr als 200 Beschäftigten.
Inhalt
- Was die Zahlen tatsächlich abdecken
- Geschäftsführervergütung Abfall- und Abwasserentsorgung: Entwicklung 2020 bis 2024
- Die Vergütung von Geschäftsführern und Vorständen nach Unternehmensgröße
- Einordnung und Grenzen
- FAQs
Was die Zahlen tatsächlich abdecken
Die Public Pay Studie analysiert wegen der Fristen zur Aufstellung und Prüfung von Jahresabschlüssen und Beteiligungsberichten jeweils das zwei Jahre zurückliegende Geschäftsjahr. Die Ausgabe 2026 stützt sich entsprechend auf das Geschäftsjahr 2024, die Ausgabe 2022 das Geschäftsjahr 2020. Die Gesamtdirektvergütung ist die Summe aus fester und variabler Vergütung sowie ausgewiesenen Sach- und Nebenleistungen. Aufwendungen für die Altersversorgung werden ausdrücklich nicht inkludiert.
Wichtige Paramater der Public Pay-Studie
Quelle: Public Pay Studie 2026
Grafik: WK Personalberatung
Zur Branche zählen die Studienautoren Abfallvermeidung, Abfallentsorgung und Abfallverwertung, Straßenreinigung, Stadtentwässerung und Abwasserbeseitigung sowie Betriebshöfe (beispielsweise Gewässerunterhaltung, Kanalreinigung, Winterdienst). Trink- bzw. Frischwasserversorgung ist definitionsgemäß nicht in dieser Sparte enthalten, sondern wird der Branche „Stadtwerke, Energie- & Wasserversorgung“ zugeordnet. Die Branche umfasst 60 Unternehmen. Für das Geschäftsjahr 2024 liegen Angaben zur Gesamtdirektvergütung von 91 Personen aus 60 kommunalen Unternehmen der Branche vor.
Geschäftsführervergütung Abfall- und Abwasserentsorgung: Entwicklung 2020 bis 2024
Die Entwicklung der Gesamtdirektvergütung zeigt für die Geschäftsjahre 2020 bis 2024 ein uneinheitliches Bild. 2021 sank sie um 10,2 Prozent auf 159.000 Euro, 2022 stieg sie um 8,2 Prozent, 2023 sank sie erneut um 2,9 Prozent und 2024 stieg sie um 2,4 Prozent. Der Median aller kommunalen Unternehmen lag bis 2022 bei 167.000 bis 169.000 Euro und stieg 2023 auf 172.000 und 2024 auf 186.000 Euro. Die Branche lag 2020 und 2022 darüber (um 8.000 beziehungsweise 5.000 Euro), 2021 und 2023 darunter (um 8.000 beziehungsweise 5.000 Euro) und 2024 um 15.000 Euro darunter.
Geschäftsführervergütung Abfall- und Abwasserentsorgung von 2020 bis 2024
Quelle: Zeppelin Universität
Grafik: WK Personalberatung
Die Vergütung von Geschäftsführern und Vorständen nach Unternehmensgröße
Über sämtliche Erhebungsjahre hinweg steigt die Vergütung mit zunehmender Unternehmensgröße kontinuierlich an. Diesbezüglich gibt es unabhängig von der befragten Kohorte keine Ausreißer oder Brüche. Das Verhältnis zwischen dem kleinsten und dem größten Größenquartil (in der Studie werden die befragten Geschäftsführungsmitglieder in Abhängigkeit von der Unternehmensgröße – nach Bilanz und Mitarbeiterzahl – in vier Quartilen eingeteilt) bleibt bemerkenswert stabil. Die Leitung eines großen kommunalen Entsorgungsbetriebs verdient im Median verlässlich etwa das 1,8- bis 2,0-Fache der Leitung eines kleinen Betriebs. Der eigentliche Hebel setzt erst ab Bilanzsummen im dreistelligen Millionenbereich bzw. mehr als rund 200 Beschäftigte ein, wo die Vergütung sprunghaft über die 200.000-Euro-Marke steigt.
Größere Unternehmen zahlen ihren Top-Managern ausnahmslos höhere Bezüge
Quelle: Public Pay Studie 2026
Grafik: WK Personalberatung
Einordnung und Grenzen
Die Vergütung in der Abfall- und Abwasserentsorgung schwankt seit 2020 in einem engen Band zwischen 159.000 und 177.000 Euro und steigt mit der Unternehmensgröße. Die Repräsentativität der Werte ist allerdings insgesamt beschränkt.
Zum einen beruhen die Zahlen auf den Fällen mit personenbezogener Offenlegung. In der Abfall- und Abwasserentsorgung ist diese mit 14,9 Prozent recht niedrig (bei 79,3 Prozent erfolgt gar keine Veröffentlichung, bei 5,8 Prozent nur ein Gesamtbetrag).
Einzelne Ausreißer oder vertragliche Besonderheiten fallen daher überproportional ins Gewicht, wie die nicht durchgehende Staffelung in früheren Ausgaben zeigt. Die Stichprobe wechselt in jedem Jahrgang (49 bis 60 Unternehmen, 74 bis 91 Personen) und die Quartilsgrenzen werden jedes Mal neu berechnet, Jahresvergleiche zeigen daher höchstens Tendenzen, keine exakten Veränderungen. Der angegebene Median erfasst zudem sehr unterschiedliche Tätigkeitsfelder von der Abfallverwertung bis zum Winterdienst. Für die Vergütung einer konkreten Besetzung ersetzen die Branchenwerte keine Vergleichsgruppe.
FAQs
Warum stützt sich die Public Pay Studie 2026 auf das Geschäftsjahr 2024?
Was versteht man unter „Rumpfgeschäftsjahren“ und warum werden sie ausgeschlossen?
Als Rumpfgeschäftsjahre gelten unterjährige Ein- oder Austritte von Führungskräften. Diese sowie rein nebenamtliche Tätigkeiten (mit einer jährlichen Vergütung unter 50.000 Euro) werden von den Studienautoren herausgefiltert, um statistische Verzerrungen der Ergebnisse zu reduzieren.



